„Lebensmittel retten.

Menschen helfen.“

Rita Vaupel, Vorsitzender der Tafel Marburg e.V.

2. Februar 2021

„Lebensmittel retten. Menschen helfen.“ Seit nun mehr als 20 Jahren ist dies unser Motto, das Motto der Tafel Marburg. Vor zwei Jahrzehnten hat eine Handvoll Menschen die Tafel Marburg e.V. gegründet. Wir hatten anfänglich mehr ehrenamtliche MitarbeiterInnen als KundInnen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Heute, 2021, haben wir an die 3.000 KundInnen, die wir an insgesamt sechs Ausgabestellen mit Lebensmitteln versorgen. Allein in Marburg versorgen wir über 1.000 Menschen zusätzlich mit Lebensmitteln. Inzwischen arbeiten wöchentlich 250 Freiwillige bei uns. Unsere FahrerInnen fahren jede Woche an die 160 Supermärkte aus dem gesamten Landkreis an, um Lebensmittelspenden abzuholen. Die weiteren Ehrenamtlichen sortieren pro Woche bis zu 14 Tonnen Lebensmittel und verteilen diese dann weiter an Bedürftige.   
 
Ursprünglich sind wir mit dem Gedanken gestartet Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten und somit ein Zeichen gegen die zum Teil schon pervers anmutende Lebensmittelproduktion zu setzen. Jetzt, zwei Jahrzehnte später steht fest, es geht längt nicht mehr „nur“ um das Retten der Lebensmittel. Es ist eine Schande, aber auch bei uns in Deutschland, einem Industriestaat, einem der reichsten Länder der Welt, müssen Menschen hungern. 


Das heißt für die Tafel Marburg, dass wir nicht nur gegen die Vernichtung von Nahrung ankämpfen, sondern auch gegen den Hunger. Eine gewaltige Herausforderung, bereits in normalen Zeiten. Der Ausbrauch der Corona-Pandemie war, lediglich auf unsere Arbeit und die Bedürftigen bezogen, eine wahre Kampfansage. Diese haben wir angenommen und glücklicherweise erfolgreich bewältigt. Bis auf wenige Tage hatten wir und haben wir bis heute die bedürftigen Menschen durchgehend unterstützen können. Dies geht natürlich nur, weil wir von hunderten Freiwilligen unterstützt werden, die Supermärkte uns Lebensmittel spenden und wir viele, treue Sponsoren haben. Denn wir werden kontinuierlich weder von der Stadt, dem Landkreis oder gar von dem Bund finanziert. Daher mein aufrichtiger Dank an alle FreundInnen und FörderInnen der Tafel Marburg. 

Wer jetzt denkt, die Tafel verteilt ja nur Lebensmittel, den lade ich gerne ein, ein Teil von uns zu werden. In unserem Kiloladen+ beispielsweise bieten wir sehr günstige Kleidung zu Kilopreisen, Haushalts- und Spielwaren an. Außerhalb von Corona pflegen wir einen engen, bis freundschaftlich Kontakt zu unserer Kundschaft. Man kennt sich, man tauscht sich aus, man hilft sich. Konkret bedeutet dies, dass unsere Ehrenamtlichen eine Mischung aus Supermarkt, Freundeskreis sowie Integrations- und MigrationsberaterInnen sind. Oder ganz einfach ausgedrückt, wir helfen unseren KundInnen wann immer wir können. Dabei vergessen wir auch nicht, andere soziale Organisationen wie das Frauenhaus, die Diakonie oder, gerade in Marburg, Stadtteilgemeinden zu unterstützen.

Weitere Informationen, noch mehr Details und Kontaktmöglichkeiten gibt es auf unserer Homepage unter www.marburgertafel.de  
Ihre Rita Vaupel, Vorsitzende Tafel Marburg e.V.